BOBBY SPARKS II

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Album: Schizophrenia - The Yang Project
Label: Leopard
Vertrieb: Good To Go
VÖ: 22. März 2019
featuring: Roy Hargrove, Marcus Miller, Michael League, Patches Stewart, Eric Gales and Lucky Peterson
 

Es hat gedauert, um diese außergewöhnliche Sammlung unterschiedlichster Songs zu produzieren. Aber es hat sich mehr als gelohnt; zeigt sich darin doch das breite musikalische Vokabular und der schier unerschöpfliche Schaffensdrang des Keyboarders Bobby Sparks. ​Vom slammenden Funk bis zu langsamen, groovigen Soul-Balladen und Streifzügen in die Genres Straight-ahead-Jazz, Fusion, Orchester- und Weltmusik: das sehr passend betitelte Album Schizophrenia - The Yang Project vereinigt eine Vielzahl verschiedener Musikstile in sich, ohne dabei das Gesamtbild aus den Augen zu lassen. Mit an Bord auf dieser außergewöhnlichen musikalischen Reise sind eine Reihe seiner alten Freunde aus Dallas, sowie viele Stars des Genres  - etwa die Bassisten Marcus Miller, Pino Palladino, MonoNeon und Hadrien Feraud, der Trompeter Roy Hargrove, die Sänger Frank McComb und James „J. Rob” Robinson, Snarky Puppys Michael League und Jason „JT” Thomas, die Gitarristen Lucky Peterson und Eric Gales sowie die Drummer Mark Simmons, Brannen Temple und John „Li’l John” Roberts.

Die Einflüsse von Bernie Worrell, P-Funk, George Duke, Stevie Wonder, D’Angelo, Dizzy Gillespie und anderen wichtigen Wegbegleitern auf Sparks langer musikalischer Reise kann man in diesem ambitiösen Projekt, übrigens seinem ersten als Leader und veröffentlicht auf dem Leopard Label, deutlich erkennen.

Sparks wurde 1973 in eine musikalische Familie aus Corsicana in Texas geboren und spielte schon im Alter von sechs Jahren auf der Orgel der Sixth Avenue Baptist Church. „Meine Mutter war die Gospel-Organistin und Pianistin unserer Kirche. Natürlich hat sie mir früh die damals üblichen Kirchenlieder beigebracht“, erinnert er sich. „Und dann war da natürlich noch mein Vater, der mir den Jazz nahegebracht hat. Er war Trompeter in der Tradition des Bebop. Dizzy Gillespie war sein Favorit unter den Bläsern, aber er war auch ganz versessen auf Sonny Stitt, Sonny Rollins, Dexter Gordon und Count Basie; inmitten von all diesen Musikrichtungen bin ich aufgewachsen. Später hat er mich mit der Musik von Miles Davis vertraut gemacht und oft  dessen Kind of Blue für mich gespielt. Er hat aber auch mein Interesse an Jimmy Smith und Jimmy McGriff geweckt. Mit ihrer Musik habe ich Orgelspielen gelernt. Mein Vater war auch ein großer Fan von Albert King, Albert Collins, B.B. King und Freddie King. So habe ich durch ihn auch den Blues kennengelernt.“

Die Hammond B-3 Orgel, die Sparks von seinen Eltern zum sechsten Geburtstag bekommen hat und auf der er auch heute noch spielt, ist nur eines der vielen Keyboards, die auf Schizophrenia Verwendung finden. Generell arbeitet er am liebsten mit Vintage-Instrumenten, die in den 1970ern ihre Glanztage hatten – z.B. Mellotron 4000, Hohner D-6 Clavinet, Fender Rhodes E-Piano, Mini-Moog, Oberheim OBXA, ARP Odyssey oder Prophet-5. „Ich liebe ganz einfach die Keyboards aus dieser Zeit“, erzählt der Künstler. „Sie haben einen ganz eigenen Charakter.“ Diese Vintage-Keyboards haben nicht unwesentlich dazu beigetragen, dass Sparks eine unverkennbare musikalische Stimme entwickeln konnte und zum gefragten Sideman und Musiker für Plattenaufnahmen geworden ist. Auf Schizophrenia erhalten sie die Aufmerksamkeit, die ihnen gebührt.

Die an Filmmusik erinnernde Eröffnungsfanfare „Birth of the Sparkchild“ wirkt beinahe wie ein Anwesenheitsappell der großen Vorväter des Funk: von James Brown und Sly Stone bis zu George Clinton, Bootsy Collins, Johnny Guitar Watson, Rick James und Prince. Das Titelstück, in dem Bobby Unterstützung vom Snarky Puppy Drummer Jason „JT” Thomas bekommt, zeichnet sich durch die reichen, orchestralen Streicherarrangements des aus Düsseldorf stammenden Simon Novsky aus, den Sparks „die Geheimwaffe dieses Projekts“ nennt.

​ „We Play What We Want” verbindet Einflüsse aus P-Funk, Hip-Hop und Jazz. Der Track basiert auf Thelonious Monks „I Mean You” und wird von Mark Simmons feurigen Rhythmen getragen, während es dem Hohepriester des Bop im energiegeladenen Rap von emcees No D’finition, Brother Polite und Dontae Winslow huldigt.

​ Das charakteristische Slapping des Ausnahmebassisten Marcus Miller und der Groove von Drummer „Li’l John” Roberts sind die treibenden Kräfte im instrumentalen Funk-Stück „Bobby Sparks Sr.’s Famous Chili.” Bobby II zitiert darin den Lieblingstrompeter seines Vaters  (in einem kurzen Ausschnitt aus Dizzys „Birk’s Works”) in der Mitte seines Solos, während der Altsaxophonist Keith Anderson „Throwdowns“ in der Tradition eines Maceo Parker liefert.

Im rockigen „The Comanches Are Coming” begegnet uns der Bassist Dywane „MonoNeon” Thomas Jr. zusammen mit dem geradezu frenetisch spielende Schlagzeuger Robert „Sput” Searight, während das gemächlich groovende „So Fine” sich durch die raffinierten, sexy Vocals von James „J. Rob” Robinson auszeichnet. „James ist im Moment mein Lieblingssänger“, sagt Sparks. „Er stammt aus Memphis und ist so gefühlvoll wie Bilan oder Stevie Wonder. Er hat absolut das Zeug zum Star, sobald die Leute mitbekommen, wer er ist und was er drauf hat.“ Ein weiterer gefühlsbetonter Sänger, Frank McComb, überbringt die romantische Botschaft in „I Miss U,“ und Sparks liefert dazu eine reiche Synth String Begleitung und ein Solo am Akustikpiano.

​ Das dynamische und erst im vergangenen Jahr eingespielte „Black Man Running from the Police,” wird vom Drummer Mike „Blaque Dynamite” Mitchell angetrieben. „Mike spielt zusammen mit Stanley Clarke”, sagt Sparks. „Er ist wie der junge Tony Williams, er ist die Zukunft, absolut. Für diesen Track habe ich ihm die Anweisung gegen, ‚spiel einfach! Lass uns etwas ganz neues hervorbringen!’” Der Gitarrist und Co-Writer Todd Parsnow liefert die rockigen Töne zu diesem Instrumentalstück, während Sparks auf seiner B-3 Orgel und dem Mini-Moog loslegt.

​ „Stono River”, in dem Simmons gemeinsam mit dem Bassisten Mark A. Walker die Hauptrolle spielen und in dem sich der Gitarrist Lucky Peterson einige feurige Call and Response Einlagen mit Sparks Mini-Moog liefert, steht eher in der tradition des Slam-Funk. „Lio Is Weird as Hell” ist ein wildes Fusion-Stück aus dem Billy Cobham-George Duke Band Playbook. Es wird vom Bassisten MonoNeon und Drummer Simmons getragen  und bietet ein beeindruckendes Gitarrensolo von Mark Letteri, während Sparks aus seiner B-3 Orgel, ARP Omni 2, PolyMoog und MicroMoog alles herausholt.

„All Mine“, in dem die aufstrebenden Künstler Mental Chaos aus Dallas auftreten, ist eine Mischung aus Neo-Soul und Hip-Hop, während im grandiosen „Let’s Take a Journey”  Orchestrationen von Novsky mit zusätzlichen Streicherarrangements von Phillip Lassiter und Joel Mott zu hören sind. Die Sänger Jermaine Holmes und Rojo „Redd” LaVoe tragen die sexy R&B Ballade „Can We Make Love?,” in der Eric G. an den Turntables mit dabei ist, vor.

​Sparks 2009 verstorbener Vater begegnet uns als humorvoller Erzähler in „Too Late Now, Boss Man!”  Bobby II erklärt dazu lächelnd: „Mein Vater war ein ganz besonderer Mensch.”

​Nahöstliche Töne lässt Sparks in „Islam“ hören, einer Zusammenarbeit mit dem Snarky Puppy Bassisten und Gründer Michael League, dem Snarky Puppy Schlagzeuger Thomas und Eric G. an den Turntables. Sparks ist in diesem exotischen Track am Mellotron 4000, Prophet-5 und Oberheim OBXAzu hören.

​In „Take It”, dem ersten für diese Sammlung aufgenommenen Track, treffen wir auf den großen, leider schon verstorbenen Roy Hargrove, mit dem Sparks in seiner Zeit als Trompeter bei RH Factor auf Tournee war. „Wir haben seinen Beitrag  in meinem Hotelzimmer beim Tokyo Jazz Festival geschnitten,“ erinnert sich Sparks. Diese kraftvolle Nummer endet mit einem kurzen Ausschnitt aus einer leidenschaftlichen Rede des verstorbenen Baptistenpredigers Rev. H.L. Steger aus Dallas.

In „Zelin” erleben wir Sparks am Fazioli Konzertflügel, wo er sich in der Manier von Herbie Hancock verausgabt und von den Perkussionisten  Didolanvi Gbetognon Bonaventure und Ulrich „Yul” Edorh begleitet wird. „Black Change” ist eine mit Sozialkritik aufgeladene Nummer. Darin rezitiert der Sänger James Robinson ein kraftvolles Gedicht von Shonna Blumenberg. „Ich habe dieses Stück geschrieben, während ich mit Dennis Chambers und Dean Brown auf Tour war”, erklärt Sparks. „Dennis und ich haben uns darüber unterhalten was damals in der Black Community los war und ich bin auf mein Zimmer gegangen um den Song zu schreiben. Nach der Tournee habe ich das Stück zuhause fertiggestellt.“

​In der Abschlussnummer “Mark vs. Simmons/A Secret Story of Houston, TX”, feiern mehrere Schlagzeuger ihren Kollegen aus Texas, Mark Simmons, während dieser im Hintergrund dieser musikalischen Ehrenbezeugungen hinreißend spielt. „Mark ist seit Kindertagen ein Freund von mir”, sagt Sparks. „Er war Al Jarreaus letzter Drummer, er hat mit Al 17 Jahre lang bis zu dessen Tod gespielt. Er hat auch mit George Duke und Dianne Reeves gearbeitet. Er ist der einzige Drummer den ich kenne, der in seiner Musik sowohl Max Roach, als auch Elvin Jones, Dennis Chambers oder Vinnie Colaiuta sein kann. Er schafft es, jeden erdenklichen Musikstil akzentfrei zu spielen. Viele Musiker schaffen diesen Sprung von einem zum anderen Stil nicht, aber für Mark ist das absolut kein Problem. Mark ist ein Drummer, mit dem man jede Art von Musik machen kann.“

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